Inhalt
- Warum vom Boden reicht – und wo nicht
- Schritt 1: Vom sicheren Stand ansehen
- Schritt 2: Form und Farbe notieren
- Schritt 3: Baujahr und Unterlagen
- Schritt 4: Verdacht schildern
- Selbst oder Betrieb
- Wann Sie aufhören
- Häufige Fragen
- Betrieb in Ihrer Stadt
Warum vom Boden reicht – und wo nicht
Viele Einfamilienhäuser in Österreich tragen noch Dach- oder Fassadenplatten aus Asbestzement, häufig als Eternit bezeichnet. Verbaut wurde das Material vor allem zwischen etwa 1950 und 1990. Solange die Platten fest und unbeschädigt sind, geben sie wenig Fasern ab – aber jeder Bruch, jedes Sägen und jeder Hochdruckreiniger setzt Staub frei.
Deshalb unterscheidet diese Seite zwei Fragen: Sehen die Platten verdächtig aus? Das können Sie vom Hof, vom Balkon oder vom Fenster einschätzen. Enthält das Material Asbest? Das entscheidet nicht Ihr Daumen, sondern der Betrieb nach den Regeln der Arbeitsinspektion. Sie liefern nur Notizen und Fotos vom sicheren Stand.
Im Herbst kommen oft drei Anlässe zusammen: letzte trockene Tage für eine Dachsanierung, Angebote fürs Neueindecken und Sturmschäden. Was Sie sonst noch vom Boden prüfen, steht im Dach-Check im Herbst. Eine grobe Fläche vor dem Telefonat: Dachfläche. Spannen zum Neueindecken nur unter Dach neu eindecken Kosten.
Schritt 1: Vom sicheren Stand ansehen
Stellen Sie sich so hin, dass Sie die gesamte sichtbare Dachfläche sehen – Hofmitte, Garten, gegenüberliegendes Fenster. Notieren Sie, ob Wellen laufen oder ob große, relativ ebene Platten liegen. Achten Sie auf First, Traufe und eventuell sichtbare Fassadenplatten im gleichen Material.
Steigen Sie nicht auf die Traufe, wenn sie brüchig ist, und klettern Sie nicht aufs Dach, um „näher hinzusehen“. Ein Fernglas reicht manchmal für die Wellenform. Bei Regen oder Eis warten Sie ab; rutschige Ziegel und nasse Wellplatten sind ohne Gerüst kein Begehungsort.
Schritt 2: Form und Farbe notieren
Typisch für älteres Asbestzement am Dach: Wellenprofil in Bahnen, mattes Grau oder Graubraun, manchmal Moos – Moos allein beweist aber weder Asbest noch dessen Fehlen. Es gibt auch großformatige, weniger gewellte Platten an Dach und Fassade im gleichen Look.
Oft etwas anderes: gebrannte Ziegel in Einzelform, glattes Blech mit Falz, moderne Betondachsteine in Rot oder Anthrazit, kunststoffbeschichtete Paneele. Neuere Faserzementplatten ohne Asbest können ebenfalls grau und wellig wirken; Hersteller und Baujahr stehen in Unterlagen oder auf der Rechnung der letzten Sanierung.
Machen Sie zwei, drei Fotos vom Boden – ohne Blitz in die Sonne, damit die Wellen erkennbar bleiben. Sie bearbeiten die Platten dafür nicht: kein Abkratzen, kein Anbohren, kein „nur eine Kante“ mit der Feile.
Schritt 3: Baujahr und Unterlagen
Suchen Sie in Bauakte, Grundbuch-Anmerkungen oder alten Rechnungen nach dem Jahr der letzten Dacheindeckung. Wurde das Dach nach 1990 komplett neu gemacht und ohne Faserzement beschrieben, ist Asbestzement unwahrscheinlicher – aber ein Anbau oder ein altes Nebengebäude kann trotzdem Wellplatten tragen.
Bei Kauf in den letzten Jahren steht manchmal „Faserzement“ oder „Eternit“ im Verkaufsprospekt oder im Befund. Fehlt alles, reicht für den Betrieb oft: „Wellplatten, grau, Haus schätzungsweise 1970er.“ Das ersetzt keine Begehung, spart aber Rückfragen.
Mieter melden Verdacht dem Eigentümer; der Eigentümer ruft den Betrieb. Diese Seite ist keine Rechtsberatung zum Mietrecht.
Schritt 4: Verdacht schildern, nicht bohren
Rufen Sie einen Dachdecker an und schildern Sie: Wellen oder Platten, Farbe, grobes Baujahr, ob Schäden sichtbar sind (Risse, fehlende Stücke nach Sturm). Fragen Sie, ob vor einer Sanierung eine Begehung nötig ist und ob Asbestzement vorliegen könnte.
Sollen Platten abgenommen werden, gelten seit 31.12.2025 die strengeren Regeln der Arbeitsinspektion – nur gelistete Betriebe, kein Selbstabbau. Das steht Schritt für Schritt unter Asbest am Dach entfernen. Drei vergleichbare Angebote legen Sie über dieselbe Fläche und dieselbe Entsorgungszeile; die Methode unter Angebote vergleichen. Gerüst und m² trennen Sie wie unter Gerüst und Dachfläche.
Preise verstehen sich in Österreich mit 20 % USt. Eine Quadratmeter-Tabelle für Asbest erkennen führen wir hier nicht.
Selbst oder Betrieb
| Schritt | Selbst | Betrieb anrufen |
|---|---|---|
| Ansehen | Vom Hof, Balkon, Fenster; Fotos | Begehung auf Gerüst oder Dach |
| Merkmale | Wellen, Farbe, sichtbare Schäden notieren | Material bestätigen, Sanierungsplan |
| Unterlagen | Baujahr, alte Rechnungen suchen | Probe nur unter Arbeitsschutzregeln |
| Nächster Schritt | Verdacht schildern, Platten liegen lassen | Abnahme nur gelisteter Betrieb |
Wann Sie aufhören
- Eine Ecke abbrechen, bohren, sägen oder mit Hochdruck reinigen, „um sicher zu sein“.
- Bruchstücke fegen, klein hacken oder in Säcke füllen, damit sie weg sind.
- Auf brüchige Wellplatten steigen oder einzelne Platten selbst abheben.
- Sturmplatten wegwerfen, bevor Fotos für Versicherung und Betrieb da sind – siehe Dach abgedeckt: erste Schritte.
Häufige Fragen
Sind alle grauen Wellplatten Eternit mit Asbest?
Eternit ist ein Markenname; gemeint sind oft Faserzementplatten mit Asbest, verbaut vor allem zwischen 1950 und 1990. Neuere Faserzementplatten ohne Asbest sehen ähnlich aus. Vom Boden sehen Sie einen Verdacht, keinen Beweis. Eine Ecke abbrechen ist verboten und gefährlich.
Kann ich Asbest am Dach selbst testen?
Nein. Sie bohren, brechen oder feilen nicht an Platten. Eine Laborprobe entnimmt nur der Fachbetrieb unter den Regeln der Arbeitsinspektion. Ihre Aufgabe ist: notieren, fotografieren vom sicheren Stand, Betrieb fragen.
Worauf achte ich bei Wellplatten auf dem Dach?
Typisch sind Wellenprofil, mattes Grau oder Graubraun, große Bahnen auf dem Dach und oft ein Baujahr vor 1990. Moos sagt nichts über Asbest aus. Ziegel, Blech und moderne Betondachsteine sehen anders aus.
Was, wenn das Haus erst nach 1990 gebaut wurde?
Dann ist Asbestzement am Dach unwahrscheinlicher, aber nicht ausgeschlossen, wenn ein älteres Dach übernommen wurde. Unterlagen und Fotos vom Boden reichen für den ersten Anruf. Der Betrieb entscheidet vor Ort.
Ich bin unsicher – was ist der nächste Schritt?
Platten liegen lassen, Bereich nicht mit Hochdruck reinigen. Dann Dachdecker anrufen. Soll abgenommen werden, gilt seit 31.12.2025 die Liste der Arbeitsinspektion – erklärt unter Asbest am Dach entfernen.
Betrieb in Ihrer Stadt
Öffnen Sie die Betriebskarte Dachdecker in Wien, Graz, Linz oder Salzburg und rufen Sie selbst an. Wir vermitteln nicht.